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In vielen Städten und Gemeinden ist er in den vergangenen Jahren verstärkt aufgetaucht – der Eichenprozessionsspinner, ein Schmetterling, der vorwiegend an Eichen auftritt. Die Brennhaare der heranwachsenden Raupen sind Auslöser von juckenden, entzündlichen Hautreaktionen. Für Erholungssuchende und Waldarbeiter, direkte Anwohner zu Waldgebieten, Besitzer von Eichen in Gartenanlagen oder spielende Kinder, die die Raupen unmittelbar berühren, ist die Gefahr während der Raupenfraßzeit im Mai und Juni am größten.

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea L.) kommt an der Stiel- und Traubeneiche , sowie an der Amerikanischen Roteiche vor. Er neigt besonders in Trockenjahren zu Massenvermehrungen, wobei lichte Eichenwälder, Bestandesränder und Einzelbäume in warmtrockenen Regionen oder Jahren bevorzugt werden. Seit 1995 ist ein enormer Dichteanstieg dieser früher als selten eingestuften Schmetterlingsart zu verzeichnen. Die Raupenhaare führen beim Menschen zu Allergien.


Der unscheinbare, in den Nachtstunden schwärmende Falter fliegt Ende Juli bis Anfang September. Er erreicht eine Flügelspannweite von 25 mm. Seine Vorderflügel sind grau mit schwach ausgeprägten dunklen Querlinien, die Hinterflügel sind weissgrau.

Ein Weibchen legt im Durchschnitt 150, ca. 1mm große weiße Eier, ausschließlich im oberen Kronenbereich von Eichen. Diese werden an dünnen, 1-2 jährigen besonnten Zweigen in Form länglicher Platten abgelegt. Das Weibchen tarnt diese Gelege mit grauen Afterschuppen und Sekret. Bereits im Herbst entwickelt sich der Embryo, die fertige Jungraupe überwintert im Ei.


EPS-Gelege.


Anfang Mai schlüpfen die Raupen. Sie durchlaufen bis zur Verpuppung 5-6 Entwicklungsstadien. Auf der breiten dunklen Rückenlinie liegen samtartig behaarte Felder mit rotbraunen, langbehaarten Warzen. Die Raupen fressen die austreibenden Blätter, wobei oft die Mittelrippe zurück bleibt. Von Beginn an leben sie in geselligen Familienverbänden und sammeln sich nestartig an locker zusammengesponnenen Blättern oder Zweigen.


Geschlüpfte Raupen, ca. 2,5mm groß.


Mitte Juni ziehen sich die älteren Raupen tagsüber und zur Häutung in typische, mit Kot und alten Larvenhäuten gefüllte Gespinstnester am Stamm und in Astgabelungen zurück. Diese sind bis zu einem Meter lang. Von dort aus begeben sich die Raupen wie in einer Prozession auf Nahrungssuche. 20 bis 30 ältere Tiere können dabei nebeneinander herwandern und Bänder von mehr als 10 m Länge bilden. Die Verpuppung erfolgt Ende Juni/ Anfang Juli in dicht aneinandergedrängten Kokons im Gespinstnest. Die Puppenruhe dauert 3-5 Wochen.


Gespinst am Stamm.


Typische Stelle für Gespinste.


Die Nester können mehrere Jahre als feste Gebilde aus Spinnfäden, Raupenkot, Häutungsresten und Puppenhülsen erhalten bleiben. Die Gefahr allergischer Reaktionen bleibt dabei weiter bestehen.


Zahlreiche Insektenarten verharren in einer Art Winterruhe, mit einem stark eingeschränkten Stoffwechsel. 
So auch der Eichenprozessionsspinner. Die Eier des Falters überwintern in Gelegen von bis zu zweihundert Eiern, im oberen Baumkronenbereich von Eichen, an ein– bis zweijährigen Zweigen. In diesem Stadium enthalten sie kaum Wasser und sind widerstandsfähig. Als voll entwickelte Insekten bauen die Schmetterlinge in ihre Körperflüssigkeit Zucker ein, welcher aus Reservestoffen ihres Körpers gebildet
wird. Die Kombination wirkt wie eine eigene Frostschutzlösung und senkt den Gefrierpunkt. Auch extreme Winter können dem Falter somit nichts anhaben.


Ausschlag nach EPS-Kontakt.

Die Raupenhaare des Eichenprozessionsspinners stellen eine akute gesundheitliche Gefährdung für Menschen dar. Ab dem 3. Larvenstadium wachsen den Raupen sehr feine Brennhaare, die leicht brechen und bei günstiger Witterung durch Luftströmungen über weite Streckengetragen werden. Da die alten Larvenhäute nach der Häutung in den Nestern bleiben , besitzen diese ebenfalls eine hohe Konzentration an Brennhaaren. Die Haare haben Widerhaken, sind hohl und enthalten als Brennsubstanz das lösliche Eiweiß Thaumetopein. Ihre Reizwirkung an Hautstellen und an den Schleimhäuten ist mechanisch, da sie in die Haut eindringen. Zudem wirkt das freigesetzte giftige Protein biochemisch. Besonders betroffen sind dünne Hautpartien im Gesicht, am Hals und an der Innenseite der Ellenbogen.


Die akute Gefahr ist während der Raupenfraßzeit am größten. Alte Gespinstnester, ob am Baum haftend oder am Boden liegend, stellen eine anhaltende Gefahrenquelle dar. Da die Raupenhaare eine lange Haltbarkeit besitzen, reichern sie sich über mehrere Jahre in der Umgebung, besonders im Unterholz und im Bodenbewuchs an. Sie halten sich auch an den Kleidern und Schuhen und lösen bei Berührungen stets neue allergische Reaktionen aus.


Die allergische Reaktion des Immunsystems kann individuell sehr unterschiedlich ausfallen. Bei betroffenen Personen steigt die Empfindlichkeit und Reaktionsintensität mit der Anzahl der Einzelkontakte stetig an. Zu den Symptomen gehören lokale Hautausschläge (Raupendermatitis), die sich in punktuellen Hautrötungen, leichten Schwellungen, starkem Juckreiz und Brennen äußern. Häufig bilden sich Quaddeln am ganzen Körper. Reizungen an Mund und Nasenschleimhaut durch Einatmen der Haare können zu Bronchitis, schmerzhaftem Husten und Asthma führen. Begleitend treten Allgemeinsymptome wie Schwindel , Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung auf. In Einzelfällen neigen überempfindliche Personen zu allergischen Schockreaktionen.


- Erholungssuchende im Wald und an Waldrändern

- Besucher von Freizeitanlagen (z. B. Sportplatz, Schwimmbad, Kinderspielplatz, Campinganlagen, Parkplätze)

- Direkte Anwohner zu betroffenen Waldgebieten

- Besitzer von Eichen in Gartenanlagen

- Spielende Kinder durch unmittelbare Berührung mit den Raupen und ihren Nestern

- Waldarbeiter und Selbstwerber in befallenen Waldgebieten

- Brennholzabnehmer

- Arbeitskräfte von Landschaftspflegebetrieben und Straßenmeistereien

- Gefahr von Magenschleimhautentzündung bei Tieren über Aufnahme der Brennhaare mit der Nahrung


- Grundsätzlich die Befallsreale meiden

- Raupen und Gespinste nicht berühren

- Sofortiger Kleiderwechsel und Duschbad mit Haarreinigung nach Kontakt mit Raupenhaaren

- Empfindliche Hautbereiche (z. B. Nacken, Hals, Unterarme) schützen. Bei Bekämpfungsmaßnahmen Chemievollschutzanzug und Atemschutz tragen

- Auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen verzichten, solange Raupennester erkennbar sind

- Bekämpfung wegen gesundheitlicher Belastung und spezieller Arbeitstechnik nur von Fachleuten durchführen lassen

Bei Auftreten von allergischen Symptomen sollte der behandelnde Arzt oder Hautarzt aufgesucht werden. Der Patient sollte dabei von sich aus auf den Kontakt mit den Raupenhaaren hinweisen!!


Unser Team ist auf die Bekämpfung von Eichenprozessionsspinner spezialisiert. 


Prophylaktische Behandlung mit Turbinengebläse.


 Prophylaktische Behandlung mit Sprühgerät und LKW-Hubarbeitsbühne.


Absaugung der Gespinste mit Sauggerät und LKW-Hubarbeitsbühne.


Wir bekämpfen die Raupen im Frühstadium mit einem Turbinengebläse oder Sprühgerät und biologischem Insektiziden, oder später durch Absaugen der Gespinste mit Sicherheitssauggerät vom Hubarbeitsbühne aus.

Vorrangig muss eine Bekämpfung aus hygienischen Gründen dort in Erwägung gezogen werden, wo Menschen durch die Gifthaare gefährdet sind und eine Absperrung des befallenen Geländes für längere Zeit unmöglich ist. Zuständig zur Abwehr der Gesundheitsgefahr auf öffentlichem Gelände sind die Gemeinden, bei Privatgrundstücken die Eigentümer. Privatpersonen sollten dabei jedoch nicht zum Mittel der Selbsthilfe greifen. Der Einsatz von Insektiziden ist sorgfältig abzuwägen und muss die Belange von Naturschutz und Wasserschutz berücksichtigen. Dabei sollte immer der Rat von Fachleuten eingeholt werden!

Lassen sie ihre Eichen von uns kostenlos auf Eichenprozessionsspinnerbefall überprüfen.